Forschungsstelle Osteuropa (FSO)

Die Forschungsstelle Osteuropa (FSO) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung an der Universität Bremen. Im Jahre 1982 mitten im Kalten Krieg gegründet, versteht sie sich heute als ein Ort, an dem der ehemalige Ostblock und seine Gesellschaften mit ihrer spezifischen Kultur aufgearbeitet sowie die Übergangszeit der 1990er Jahre und gegenwärtige Entwicklung der Nachfolgestaaten analysiert werden.

Die Forschungstätigkeit spezialisiert sich auf „Geschichte und Kultur“ sowie „Politik und Wirtschaft“. Die Schwerpunktländer in beiden Arbeitsbereichen sind die ehemalige Sowjetunion sowie die Länder Ostmitteleuropas, insbesondere Polen und Tschechien/Slowakei.

Berühmt ist die FSO für ihr weltweit einzigartiges Samizdat-Archiv: weit über 100.000 Texte, Kunstwerke und Fotografien der informellen Kultur aus Osteuropa, die unter Umgehung der Zensur im Selbstverlag veröffentlicht wurden. Die sowjetische Sammlung umfasst zudem rund 600 persönliche Archive, wie etwa die Bestände der Schriftsteller Lew Kopelew und Jurij Trifonov, des Philosophen Boris Groys sowie Gedichte und Manuskripte von Joseph Brodsky und Alexander Solschenizyn u.v.m. Das Archiv wird von einer Forschungsbibliothek flankiert, die auf die Themen Widerstand, Opposition, Dissens sowie Repression, Lager, Emigration und Exil spezialisiert ist.
Bekannt ist die FSO außerdem als Herausgeberin der Länderanalysen: Im Rhythmus von zwei bis vier Wochen werden Online-Bulletins zu den Ländern bzw. Regionen Russland, Ukraine, Polen, Belarus, Kaukasus und Zentralasien veröffentlicht, in denen Expert/innen für ein breites Publikum die aktuellen Entwicklungen in Politik und Wirtschaft analysieren. Die insgesamt sieben Dienste haben inzwischen 28.000 Abonnent/innen in Politik, Wirtschaft und Kultur und sind als Downloads hier erhältlich http://www.laender-analysen.de/

Bunte, handgestaltete Titelblätter von Büchern
© FSOSergej Sigay, Raritäten des Anarcho-Futurismus, 1963-65
Kyrillische handschriftliche Notizen in einem Notizbuch
© Fabian Winkler/FSOMitschrift der Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Frida Vigdorova während des Prozesses um den Poeten Joseph Brodsky. Durch die Mitschrift wurde Brodsky 1964 weltbekannt.

Adresse:

Forschungsstelle Osteuropa
an der Universität Bremen

Klagenfurter Straße 3
28359 Bremen

Ansprechpartnerin Kommunikation:

Sabine Podrabska (Sekretariat)
Tel.: +49 421 218-69600
E-Mail: fso@uni-bremen.de